Blogparade „Wie träumt ihr euch die Medien der Zukunft“ I

140102 Liv Blog

Das Wichtigste vorweg: Wir verlängern die Dauer unserer Blogparade, denn mindestens drei Kollegen, auf deren Ergebnisse und Visionen ich sehr gespannt bin, sind noch nicht dazu gekommen, ihren eigenen Beitrag zu den Medien der Zukunft zu schreiben. Finales Finale ist dann zum schönsten Datum des ganzen Jahren: Am 20. Mai.

 

Aber schon jetzt haben sich etliche Visionen angesammelt, die überraschenderweise alles eins gemein haben: Jeder Autor denkt, wenn er an seine Lieblingsmedien der Zukunft denkt, an individualisierte Angebote. Fast alle Beiträge beschäftigen sich damit, zeit- und ortsunabhängig genau die Inhalte zu bekommen, für die sie sich interessieren.

 

Livia Schilling erträumt sich noch einen anderen Schwerpunkt, einen konservativen, einen aus den guten, alten Zeiten: Sie will ein Medium, das handwerklich sauber gemacht ist. Geschichten, hinter denen richtige Recherche und echte Relevanz steckt. Sie will keine gepimpten Pressemitteilungen und Spielereien. Sie will, dass Journalisten für sie die Welt erklären, Wirtschaftszusammenhänge einordnen, Politik kommentieren und kritisieren. Sie will Medien, die Geld für richtigen Journalismus ausgeben: http://www.curcuma-medien.de/blog/gedankenglut/blogparade-aktualitaet-contra-gelassenheit

 

„Ich möchte die für mich relevanten Informationen zum richtigen Zeitpunkt bekommen, ohne sie gezielt abfragen zu müssen“, schreibt Sebastian Brinkmann. Als Nachrichtenjunkie sei er süchtig nach Twitter und RSS-Feeds und habe trotzdem immer das Gefühl, die wichtigsten Infos zu verpassen. Deshalb erträumt er sich Angebote, die verschiedene wirklich crossmedial vernetzen und so die richtigen Informationen zur richtigen Zeit ausspielen, dabei aber nervige Wiederholungen vermeiden: http://www.sbrinkmann.de/medien/blog-parade-wie-traeumt-ihr-euch-die-medien-der-zukunft/

 

Vanessa Bittroff stufiert Medienmanagement in Mittweida und hängt an bedrucktem Papier, auch wenn sie sich damit nicht mehr ganz zeitgemäß fühlt. In Sachen Medien wünscht sie sich weniger Druck – auf Produzenten wie Konsumenten. „Ich wünsche mir mehr Formate, die informativ sind und zugleich Freude bereiten. Formate, die meine Interessen abdecken. Formate, die nicht unbedingt Mainstream sind, sondern speziell auf bestimmte Zielgruppen eingehen. Ich wünsche mir, dass wir in einer Welt leben, wo Menschen ihre Meinung weniger von den Medien beeinflussen lassen und selbst recherchieren und sich ihre eigene Meinung bilden“, schreibt sie. http://vanybi.wordpress.com/2014/04/26/bloggerparade-wie-traumt-ihr-euch-die-medien-der-zukunft/

 

Jule von „The Art of Sketching“ erträumte sich hochtechnisiserte, hochindividualisierte Medien, die nicht nur auf ihre konkreten Interessen, sondern auch auf Tageszeit und Tagesform des Rezipienten eingehen. Und trotzdem: „Digitales Zeitalter hin oder her – nichts geht über das umblättern in einer Zeitung und das Knistern der Seiten beim Lesen. Das schöne an meinem Exemplar: kein unnötiges Suchen und Überblättern bestimmter Rubriken, denn ich habe darin genau das was ich haben will, meine individuelle Zusammenstellung.“ Schreibt sie und wünscht sich eine individualisierte Zeitung, die sie digital bekommt und zu Hause blitzschnell ausdrucken kann, um so die Vorteile der digitalen und der analogen Welt gleichzeitig zu genießen: http://sketchfetch.wordpress.com/2014/05/01/blogparade-wie-traumt-ihr-euch-die-medien-der-zukunft/

 

Über Lokaljournalismus wie er ist und wie er sein sollte, schrieb schon vor unserer Blogparade Christian Jakubetz. Also kein originärer Paraden-Beitrag (vielleicht kommt in der Verlängerung noch einer von ihm?), aber eine echte Leseempfehlung von Christoph von Gallera: http://www.blog-cj.de/blog/2014/04/07/lokal-egal/#

 

Ich bin total begeistert von den Zwischenergebnisse und hoffe gleichzeitig auf viele weitere Beiträge in der Verlängerung (bis 20. Mai – macht mir ein Geburtstagsgeschenk!). Teilen und Drängeln bei Bekannten, Kollegen und befreundeten Bloggern ist also ausdrücklich erlaubt!

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4 Antworten zu “Blogparade „Wie träumt ihr euch die Medien der Zukunft“ I”

  1. Ulrike Kaiser

    Meine Traum-Medien sind Produkte meines Traum-Journalismus‘: informierend, wahrheitssuchend, frech, recherchierend, relevant, meinungs- und haltungsstark, nicht beliebig, kontrollierend, aufdeckend, verständlich, deutlich, ethisch, kritisch-distanziert zu allen, die Macht haben und nutzen, von daher interessant für ein großes Publikum und von diesem geschätzt und gut bezahlt. Wie gesagt: ein Traum. Und dann ist es mir so was von egal, über welchen Weg und auf welchem Fachgebiet dieser Journalismus ans Publikum gebracht wird.

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  2. Heidje Beutel

    Medien der Zukunft: noch deutlichere Trennung von Nachricht und Kommentar. Wenn die KollegInnen ihre Meinung nicht zurückhalten können, dann soll es eben zu jedem Bericht einen Kommentar geben. Die Kommentatoren sollen vorgestellt werden als „x kritisiert die Arbeitsmarktreformen seit 10 Jahren“ oder „z ist linksliberal“, damit nicht der Eindruck entsteht, es gebe eine Stimme der Vernunft.
    Zu viele KollegInnen informieren nach meinem Eindruck von oben herab, als ob sie etwas besser wüssten oder als ob sie angeödet wären vom Niveau, das ihnen geboten wird.
    Zweitens: eine noch deutlichere Trennung von Fotos, die einfach Menschen abbilden, damit die Leser wissen, wie zum Beispiel der neue Geschäftsführer aussieht, und künstlerischen Fotos. Das erste scheint notwendig zu sein. Das zweite zeigt keine Sonnenblumen, Marienkäfer oder gestellte Situationen sondern interessante Augenblicke.
    Dafür müssen die KollegInnen natürlich gut ausgebildet und angemessen bezahlt werden.
    Drittens: Für mich wünsche ich mir einen Dienstwagen mit ausgezeichneter Technik und super Internetverbindung, so dass ich die Bilder und Informationen sofort absetzen kann und nicht ins Studio zurückfahren muss. Zum CVD will ich eine Funkverbindung, damit er mich jederzeit auf dem Laufenden halten kann, was den Gang der Dinge und die Auftragslage betrifft.

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